FRANCE_2024

Monts d’Ardèche | Cévennes | Gouffre de Padirac | Tours

Lesedauer:

17–25 Minuten

Natürlich zieht es uns auch dieses Mal wieder nach Frankreich – ein kleines Stück Vertrautheit, das sich jedes Jahr wie ein Versprechen anfühlt. Bevor wir jedoch französischen Boden erreichen, legen wir einen entspannten Zwischenstopp in Belgien ein. Unsere Wahl fällt auf den wunderschön gelegenen Campingplatz „Am Hohenbusch“ in Burg-Reuland, mitten in den Ardennen. Die ruhige Lage, viel Grün und die frische Luft machen ihn zum perfekten Ort, um nach der ersten Etappe kurz durchzuatmen.

Frisch erholt geht es weiter Richtung Süden – unser nächstes Ziel ist Beaune im Herzen des Burgunds. Dort übernachten wir auf dem Camping municipal Les Cent Vignes, einem Platz, den wir seit Jahren immer wieder gerne für eine Zwischenübernachtung nutzen. Seine große Stärke ist die zentrumsnahe Lage: Ideal, um nach einer langen Autofahrt die Beine zu vertreten und bei einem Spaziergang ganz entspannt in die Stadt zu laufen.

Beaune selbst hat überraschend viel zu bieten. Die charmante Altstadt lädt mit Restaurants, Cafés, Weinbars, Boutiquen und kleinen Spezialitätengeschäften zum Bummeln ein. Hinter jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken – sei es regionale Kulinarik, burgundischer Wein oder einfach das französische Lebensgefühl. Besonders sehenswert sind die historischen Gebäude und die lebendige Atmosphäre, die den Ort trotz seiner Überschaubarkeit sehr abwechslungsreich macht.

Wer es am Abend lieber ruhig angehen lässt, muss den Campingplatz übrigens nicht verlassen: Ein Restaurant direkt auf dem Gelände sorgt dafür, dass auch kulinarisch bestens für einen entspannten Ausklang des Tages gesorgt ist.

Am nächsten Morgen geht es schließlich weiter zu unserem ersten großen Urlaubsziel. Wir fahren in den Süden Frankreichs, in das Département Ardèche, genauer gesagt nach Goudargues, auf den Campingplatz La Grenouille. Der kleine Ort wird nicht umsonst als „Venedig der Gard“ bezeichnet: Kanäle, Platanen und gemütliche Cafés prägen das Ortsbild. Von hier aus möchten wir in den kommenden Tagen die abwechslungsreiche Region rund um den Naturpark der Ardèche erkunden – mit seinen Flusstälern, Schluchten, charmanten Dörfern und der beeindruckenden Natur, die diese Gegend so besonders macht.

Monts d’Ardèche – Goudargues

Es regnet in Strömen, als wir unseren Campingplatz La Grenouille erreichen. Wir werden von dem Betreiberehepaar sehr freundlich empfangen und haben im Grunde eine freie Platzwahl die sich jedoch schwierig gestaltet, da der Erdboden nach tagelangem Dauerregen sehr aufgeweicht ist. Die Besitzer geben sich große Mühe mit uns und testen alle freien Stellplätze zusammen mit uns. Letztlich konnten wir uns für den wohl besten Platz entscheiden. Der CP ist sehr schön gelegen, an dem kleinen Flüsschen Cèze. Etwas außerhalb des Ortes gibt es noch einen Stellplatz für Wohnmobile. Da der CP in unmittelbarer Zentrumsnähe liegt und einiges an Geschäften und Restaurants bietet, ist es nicht weit zum nahegelegenen Bäcker oder Supermarkt. Wir nutzen den späten Nachmittag noch für einen Spaziergang durch den hübschen Ort.

Ein Tag in Goudargues

Heute Morgen zeigt sich der Tag überraschend freundlich. Der Regen der vergangenen Stunden ist verschwunden, und über den Hügeln rund um den Ort liegt klare, frische Luft. Eigentlich wollten wir mit der Vespa das nahe Umland erkunden, kleine Straßen durch Wiesen und Wälder entlangfahren und die Aussicht auf die Berge genießen. Leider wird daraus nichts: Der Motor will auch nach mehreren Versuchen nicht anspringen, kein Zündfunken. Auch die Ersatzzündkerze bleibt ohne Wirkung.

Also gehe ich zur nahegelegenen KFZ-Werkstatt. Sie liegt etwas abseits an der Durchgangsstraße, ein kleiner Betrieb, der schon lange von einem Ehepaar geführt wird. Die beiden empfangen mich sehr freundlich und nehmen sich Zeit, obwohl gerade viel zu tun ist. Zwei neue Zündkerzen sind schnell bestellt, doch sie werden erst am übernächsten Tag zur Mittagszeit geliefert. Damit ist der Vespa-Ausflug vorerst gestrichen.

Wir beschließen, den Tag ruhig anzugehen und diesen hübschen Ort zu Fuß zu erkunden. Die Atmosphäre ist entspannt, die Häuser aus hellem Stein säumen die enge Durchgangsstraße neben dem Kanal, an dem wir uns in eine Bar setzen, trinken einen Wein und Bier und beobachten das gemächliche Treiben. Später bummeln wir durch ein paar Geschäfte, entdecken regionale Produkte und genießen die Gelassenheit des Ortes.

In der Bar planen wir schließlich den nächsten Tag. Unser Ziel soll Cornillon sein, ein kleines Bergdorf oberhalb der Ebene, bekannt für seinen außergewöhnlich gut erhaltenen historischen Ortskern. Wir lesen von engen Gassen, alten Steinhäusern, Brunnen und seiner historischen steinkirche, die über dem Dorf thront, sowie von schönen Wegen mit weitem Blick auf die umliegenden Berge.

Wanderung nach Cornillon

Der Tag begrüßt uns mit fast wolkenlosen Himmel und viel Sonnenschein. Nachdem ich beim nahen Bäcker Brötchen geholt habe, frühstücken wir und machen uns auf unsere Wanderung nach Cornillon. Es geht vorbei an Geschäften und Handwerksbetrieben raus aus dem Ort, vorbei an Wiesen und Feldern. Wir schlängeln uns durch die Engen Gassen von La Vérune stets Bergauf und genießen die schöne Landschaft und Ruhe. In Cornillon angekommen, ist der Ort schnell durchwandert. Die Hübsche kleine Kirche, alten Häuser und die schöne Freilufttribüne sind schnell erkundet. Da leider kein Gasthaus geöffnet hat – zieht es uns schnell wieder zurück nach Goudargues. Hier besichtigen wir noch die L’Abbatiale de Goudargues, trinken etwas in der Bar und kaufen etwas zum Abendessen ein.

Wochenmarkt in Goudargues

Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein und dem herrlichen Duft von frischen Croissants und knusprigem Baguette. Gestärkt und gut gelaunt machen wir uns auf den Weg zum örtlichen Wochenmarkt, der sich schnell als echtes Highlight des Vormittags entpuppt.

Zwischen den Marktständen herrscht reges Treiben. Händler preisen ihre Waren an, es wird gelacht, probiert, gefeilscht und herzlich miteinander gesprochen. Überall leuchten die Farben von frischem Obst und Gemüse, Kräuter duften intensiv, und an vielen Ständen werden regionale Spezialitäten angeboten – Käse, Oliven, Tapenaden und Honig aus der Umgebung. Die Atmosphäre ist lebendig und wunderbar französisch. Wir schlendern entspannt von Stand zu Stand und genießen es.

Die Zeit bis Mittags verfliegt schnell und wie versprochen sind die Zündkerzen Mittags geliefert und sogleich wird eine in den Motor eingeschraubt. Beim ersten Starten springt der gleich an und wir können unser erstes Ziel Montclues ansteuern.

Montclues

Nachdem die Route festgelegt ist und wir unsere sieben Sachen für den Ausflug nach Montclus zusammengepackt haben, geht es über die kurvige Bergstraße dem Ziel entgegen. Schon die Anfahrt lässt erahnen, warum dieser Ort seit Jahrhunderten besiedelt ist: strategisch günstig gelegen, hoch über dem Fluss Cèze und gut geschützt von den umliegenden Hügeln.

Montclus selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins Mittelalter reicht. Das Dorf entwickelte sich rund um seine Kirche Saint-Pierre, deren Ursprünge auf das 12. Jahrhundert datiert werden. Die massiven Steinmauern, engen Gassen und dicht aneinandergeschmiegten Häuser zeugen noch heute von einer Zeit, in der Schutz und Gemeinschaft überlebenswichtig waren.

Besonders eindrucksvoll sind die in den Fels gehauenen Höhlenwohnungen unterhalb des Dorfes. Sie wurden über Jahrhunderte hinweg genutzt – als Wohnraum, Lager oder Zufluchtsort – und erzählen von der Anpassungsfähigkeit der Menschen an die karge, aber schützende Landschaft. Auch die Lage oberhalb des Flusses war kein Zufall: Die Cèze diente als Lebensader, Handelsweg und natürliche Grenze.

Beim Rundgang durch Montclus spürt man diese Geschichte an jeder Ecke. Der Ort wirkt still und würdevoll, fast so, als hätte er sich bewusst dem schnellen Wandel entzogen. Ein Spaziergang hier ist weniger ein klassischer Ausflug als vielmehr eine kleine Reise in die Vergangenheit.

Nach einer erfolgreichen Lösungssuche gestaltet sich unsere Rückfahrt zum CP etwas abenteuerlich. Mit improvisiertem Plan, wachem Ohr für jedes ungewohnte Geräusch und einer Portion Optimismus rollern wir schließlich wieder sicher auf den Campingplatz – erleichtert und ein kleines bisschen stolz.

Der Rest des Tages steht ganz im Zeichen der Technik: Der gerissene Gaszug wird frei nach Daniel Düsentrieb repariert, Werkzeug wechselt die Hände, es wird geschraubt, geflucht und am Ende zufrieden genickt. Die Vespa schnurrt wieder zuverlässig vor sich hin, und weiteren Ausflügen scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen.

Ganz so entspannt sieht das meine Frau allerdings noch nicht. Ihr skeptischer Blick verrät, dass sie dem Frieden nicht ganz traut – zumindest nicht ohne erfolgreiche Probefahrt. Doch während der Abend langsam hereinbricht, wächst auch ihr Vertrauen ein wenig. Und irgendwo zwischen Werkzeug, Campingstuhl und Abendlicht sind wir uns einig: Abenteuer gehören eben manchmal einfach dazu. In dem Sinne planen wir den kommenden Tag

Grotte Chauvet 2 Ardèche | Vallon-Pont-D’Arc

Für heute haben wir einen ehrgeizigen Plan: zuerst zur Grotte Chauvet 2 Ardèche und anschließend ein Besuch von Vallon-Pont-d’Arc. Frisch gestärkt machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg und fahren durch die wunderschöne Ardèche-Region. Die Straße schlängelt sich durch grüne Hügel, vorbei an Felsen, Wäldern und immer wieder mit herrlichen Ausblicken auf das Tal.

Schon bald erreichen wir den Nachbau der berühmten Chauvet-Höhle. Die originalgetreue Rekonstruktion beeindruckt sofort: In gedämpftem Licht tauchen wir ein in eine Welt, die vor über 30.000 Jahren entstanden ist. Die detailreichen Wandmalereien von Tieren, die Nutzung der natürlichen Felsformen und die besondere Atmosphäre lassen schnell vergessen, dass man sich nicht im Original befindet. Der Rundgang ist spannend, informativ und hinterlässt ein tiefes Staunen über die Kunstfertigkeit unserer frühen Vorfahren.

Im Anschluss geht es weiter nach Vallon-Pont-d’Arc. Der lebendige Ort empfängt uns mit südfranzösischem Flair, kleinen Gassen, Cafés und viel Urlaubsstimmung. Ganz in der Nähe spannt sich der berühmte natürliche Felsbogen, der Pont d’Arc, majestätisch über den Fluss Ardèche – ein beeindruckendes Naturdenkmal und perfekter Abschluss für diesen abwechslungsreichen Tag zwischen Geschichte, Natur und französischer Lebensart.

Der Weg ist nicht weit und ein Parkplatz ist schnell gefunden. Wir genießen die Natur und bewundern die Naturgewalt, die das Wasser der Ardèche geschaffen hat.

Für die Rückfahrt wählen wir bewusst kleine Nebenstraßen, die sich durch sanfte Weinberge und alte, fast verschlafene Dörfer ziehen. Reben stehen ordentlich in Reihen, dazwischen blitzen steinerne Häuser, kleine Kapellen und schattige Dorfplätze auf. Die Landschaft wirkt warm und vertraut.

Zurück angekommen lassen wir den Tag bei einem entspannten Abendessen ausklingen. Die vielen Eindrücke, Kilometer und Erlebnisse fordern schließlich ihren Tribut, und so fallen wir angenehm müde ins Bett. Selbst die Kirchenglocken, die sonst zuverlässig den Tagesrhythmus vorgeben, schaffen es nicht, uns aus dem Schlaf zu holen – ein sicheres Zeichen für einen rundum erfüllten Tag.

Nationalpark Cevennen – Parc national des Cévennes

Wir sind weitergezogen in den Nationalpark der Cevennen und haben einen wunderschönen Stellplatz auf dem Camping Mas de la Cam bei Saint-Jean-du-Gard gefunden – direkt am klaren Wasser der Gardon de Saint-Jean, umgeben von bewaldeten Hängen und der typischen, ursprünglichen Landschaft der Cevennen. Das nächste Städtchen ist Saint-Jean-du-Gard, eine charmante Gemeinde mit rund 2.300 Einwohnern, kleinen Cafés, Läden und einer Bahnstation der historischen Cevennenbahn. Zu Meikes Leidwesen befinden wir uns nun mitten im Gebirge. Zunächst erkunden wir den Campingplatz mit seinen vielen Angeboten und bestellen schon einmal Baguette und Croissants für den nächsten Morgen. Anschließend spazieren wir hinunter zum nahen Fluss, lassen die Füße ins Wasser baumeln und genießen die ruhige, naturbelassene Umgebung. Ein kurzer Abstechern noch nach Saint-Jean-du-Gard und zurück am CP planen wir in aller Ruhe den kommenden Tag und lassen den Tag entspannt ausklingen.

Fahrt mit der historischen Eisenbahn nach Anduze

Unser Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel und viel Sonnenschein, und wir sind früh auf den Beinen. Heute wollen wir mit dem historischen Train à vapeur des Cévennes von Saint-Jean-du-Gard nach Anduze fahren. Die Bahnlinie wurde bereits 1905 erstmals in Betrieb genommen und verband damals die abgelegenen Cevennen mit dem Umland. Nach der Stilllegung erlebte sie 1982 als Museumsbahn eine liebevolle Wiedereröffnung. Gemächlich dampft der Zug entlang des Gardon, vorbei an grünen Ufern, kleinen Brücken und durch kurze Tunnel – eine wunderbare Reise in vergangene Zeiten, die perfekt zur ruhigen Landschaft der Cevennen passt.

Die Fahrt mit der historischen Bahn ist ein echtes Erlebnis und für jeden Besucher dieser Region ein absolutes Muss. Nicht nur die gemütliche Zugfahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft der Cevennen ist sehr lohnenswert, auch ein Aufenthalt mit einem entspannten Bummel durch das schöne Anduze begeistert uns. Zudem haben wir Glück, denn an diesem Tag findet ein großer Flohmarkt (Marché aux puces) statt, der mit seinen vielen Ständen zum Stöbern und Verweilen einlädt. Anschließend schlendern wir weiter durch die Stadt. Das Zentrum ist gut besucht, und zahlreiche Menschen – Einheimische wie auch Touristen – füllen die kleinen Gassen, Bars und Restaurants und stöbern neugierig in den Geschäften. Uns zieht es bald etwas hinaus an den Rand der Stadt, wo wir eine kleine Lounge entdecken. Dort legen wir eine ausgiebige Pause ein, genießen die entspannte Atmosphäre und überbrücken ganz in Ruhe die Wartezeit bis zur Rückfahrt mit der Bahn.

Zurück in Saint-Jean-du-Gard meldet sich die Vespa erneut mit kleinen Zicken – der Vergaser läuft über. Nach kurzem Nachsehen ist die Ursache klar: Der Unterdruck-Benzinhahn schließt nicht mehr richtig. Improvisation gehört schließlich zum Reisen dazu, also quetschen wir im Stand die Benzinleitung ab. Eine kleine Schraubzwinge ist für ein paar Euro schnell besorgt – und voilà, eine charmante Urlaubslösung ist gefunden. Wieder zurück auf dem Campingplatz spüren wir, wie uns der erlebnisreiche Tag langsam in die Knochen sinkt. Die Sonne steht schon tiefer, es wird ruhiger um uns herum, und wir sehnen uns nach Entspannung. Unsere Planung für den kommenden Tag ist schnell gemacht: Morgen wollen wir den berühmten Bambusgarten von Générargues besuchen. Doch die vielen Eindrücke des Tages begleiten uns noch eine ganze Weile, lassen uns nachdenken, schmunzeln und den Tag Revue passieren, bevor schließlich die wohlverdiente Ruhe einkehrt. 🌿✨

Bambouseraie de Prafrance – La Bambouseraie en Cévennes

Wir rollern mit der Vespa durch die schöne Landschaft – allerdings ein Stück über eine Schnellstraße, was nicht ganz so entspannt ist. Auf den großzügigen Parkplätzen der Bambouseraie de Prafrance finden wir jedoch schnell einen passenden Abstellplatz. Der Weg zum Eingang ist kurz, die Tickets sind rasch gekauft, und schon beim Betreten der Anlage sind wir beeindruckt. Die Bambouseraie en Cévennes wurde 1856 von Eugène Mazel, einem leidenschaftlichen Pflanzenliebhaber, gegründet und gilt heute als einer der ältesten Bambusgärten Europas. Mit großer Neugier brachte er damals Bambusarten aus Asien in die Cevennen und schuf damit diese außergewöhnliche Parklandschaft. Wir kommen aus dem Staunen kaum heraus: Hinter jeder Wegbiegung eröffnet sich eine neue, überraschende Szenerie mit riesigen Bambuswäldern, exotischen Pflanzen und liebevoll gestalteten Gartenräumen. Schon nach wenigen Minuten ist uns klar – dieser Ausflug enttäuscht nicht und ist ein absolutes Must-to-go für jeden Urlaub in dieser Region.

Wir fahren zurück und lassen den langen Tag bei gutem Essen und einem Glas Wein entspannt ausklingen. Die vielen Eindrücke und Bilder der Cevennen begleiten uns noch den ganzen Abend – die grünen Täler, die klaren Flüsse und die stille Weite dieser ursprünglichen Region wirken noch lange nach. Für den nächsten Tag planen wir einen Ausflug zu einer kleinen, geschichtsträchtigen Kirche, die eingebettet in die hügelige Landschaft liegt, und möchten die Umgebung ganz gemütlich mit der Vespa erkunden. Außerdem ist noch ein Abstecher nach Saint-Jean-du-Gard vorgesehen, um durch die Gassen zu bummeln und unseren Vorrat an Lebensmitteln wieder aufzufüllen.

Ausflug zur Église Saint-Martin-de-Corconac und nach Saint-Jean-du-Gard

Für unsere Verhältnisse schlafen wir heute richtig lange, genießen ein ausgedehntes Frühstück im warmen Sonnenschein und machen uns anschließend ganz entspannt auf den Weg zur Église Saint-Martin-de-Corconac. Diese kleine, geschichtsträchtige Kirche wurde vermutlich um 1100 n. Chr. erbaut und fand 1197 erstmals als Pfarrei Saint-Martin-de-Corconac Erwähnung. Nachdem das Dach im Laufe der Zeit eingestürzt war, erfolgte 1975 eine erste Reparatur. Später erwarb der Verein SMAC die Kirche und setzte sich für ihre Restaurierung und Nutzung ein, was schließlich 2012 zur Aufnahme in das ergänzende Inventar der historischen Denkmäler führte.

Die Fahrt dorthin ist beeindruckend: Entlang der Gardon de Saint-Jean schlängelt sich der Fluss durch das Gebirge, hat tiefe Schluchten in den Fels gegraben und wird von steilen, bewaldeten Hängen begleitet – eine Landschaft, die mit ihrer Ursprünglichkeit und Ruhe begeistert. Am Ziel angekommen sind wir zunächst etwas enttäuscht, denn die kleine Kirche ist leider nicht geöffnet und es bleibt unklar, wann sie zugänglich ist. Dennoch nehmen wir uns Zeit, schauen uns um, entdecken den kleinen Friedhof und genießen die weite Aussicht über die stille, wunderschöne Landschaft der Cevennen, die diesen Ort trotz allem zu etwas ganz Besonderem macht.

Nachdem wir sicher zum Campingplatz zurückgekehrt sind, zu Abend gegessen haben und die ersten Sachen verstaut sind, machen wir uns langsam abfahrbereit. Die Markise wird eingekurbelt, die Vespa verladen und alles für die Weiterreise vorbereitet. Vor uns liegt eine Fahrt quer durch die Cevennen – durch weite Hochebenen, tiefe Täler und über sanfte Pässe, eine Landschaft, die mit ihrer Ursprünglichkeit und Ruhe begeistert – Meike ist entsprechend begeistert. Über die A75, eine der eindrucksvollsten Routen durch das südliche Zentralmassiv, geht es weiter Richtung Padirac. Unser Ziel ist der Campingplatz Roca d’Amour, idyllisch gelegen in der Nähe des berühmten Gouffre de Padirac, dem „Schlund von Padirac“ – einer gewaltigen Grotte und Tropfsteinhöhle, die zu den beeindruckendsten Naturwundern Frankreichs zählt. Mit Vorfreude auf neue Eindrücke lassen wir die Cevennen langsam hinter uns und blicken gespannt auf das, was vor uns liegt.

Gouffre de Padirac

Nach einer recht anstrengenden Fahrt erreichen wir am späten Nachmittag den Campingplatz Roca d’Amour. Er liegt eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Lot-Gebiets, geprägt von Kalkfelsen, weiten Wiesen und kleinen Wäldern – typisch für diese ruhige, ländliche Region nahe Padirac. Viele der Stellplätze sind steil an einem Hang terrassenförmig angelegt, während die wenigen ebenen Plätze zunehmend mit Mobil-Homes und Ferienhäusern bebaut werden. Uns wird ein Stellplatz auf einer der Terrassen am Hang zugewiesen. Der Platz ist an sich sehr schön, doch mit unserem kleinen Anhänger ist die Auffahrt durchaus anspruchsvoll. Wohnmobile mit großen Anhängern oder ganze Wohnwagengespanne hätten hier vermutlich keine Chance.

Der Trend zum Mobil-Home ist ungebrochen, und wir beobachten seit Jahren, dass gerade besonders attraktive Campingplätze immer mehr klassische Stellflächen in Mobil-Homes und Ferienhäuser umwandeln. Unsere Konsequenz daraus: Wir buchen gern Stellplätze in der zweiten Reihe, denn dort finden sich oft richtig schöne Campingplätze – häufig ohne Sterne, aber in Ausstattung, Lage und Atmosphäre durchaus einem 5-Sterne-Campingplatz ebenbürtig.

Nachdem wir unseren Platz eingerichtet haben, erkunden wir das Gelände. Der Campingplatz ist sehr gepflegt, bietet viele Möglichkeiten für Sport, Spaß und Entspannung, und von hier aus sind es nur knapp einen Kilometer Fußweg bis zur berühmten Grotte von Padirac, die gleich am kommenden Tag unser einziges Ziel sein soll. Den Abend verbringen wir gemütlich am Camper, essen zu Abend, genießen die Ruhe der Umgebung – und rüsten uns vorsorglich mit Mückenspray, bevor der Tag entspannt ausklingt.

Der nächste Morgen ist da, und wir stehen zeitig auf, frühstücken in aller Ruhe und machen uns anschließend auf den Weg, denn die Eintrittskarten für den Gouffre de Padirac sind an einen festen Zeitkorridor gebunden. Schon bei der Ankunft in dieser weiten, von Kalkplateaus und sanften Hügeln geprägten Landschaft des Quercy bleiben wir zunächst staunend stehen und blicken in das gewaltige „Loch“ – seine Dimensionen sind schlicht gigantisch.

Es dauert nicht allzu lange, bis wir uns für unseren Zeitkorridor in die Warteschlange einreihen, und kurz darauf beginnt die Besichtigung. Zunächst steigen wir im Eingangsgebäude zahlreiche Treppen hinab und gelangen dann zu dem markanten stählernen Turm mit zwei Aufzügen und einer Treppe mit 455 Stufen. Meike entscheidet sich für den Lift, während ich die Treppen hinabsteige – hinunter bis zur Spitze des Trümmerkegels in etwa 75 Metern Tiefe.

Von dort aus führen gut angelegte Wege und weitere 88 Treppenstufen noch einmal rund 28 Meter tiefer bis zur Ebene des unterirdischen Flusses. Dieser Fluss durchzieht die Höhle über rund 20 Kilometer und tritt schließlich am Ufer der Dordogne wieder ans Tageslicht. Umgeben von dieser stillen, unterirdischen Welt aus Fels, Wasser und jahrtausendealter Geschichte wird uns einmal mehr bewusst, wie außergewöhnlich diese Region mit ihren Naturwundern ist. Wir jedenfalls sind von den Dimensionen dieser Höhle und ihrer Schönheit überwältigt.

Wir laufen zurück zu unserem Campingplatz und legen dort erst einmal eine wohlverdiente Pause ein. Die Eindrücke aus der Höhle wirken noch nach, und wir genießen die Ruhe dieser ländlichen Gegend. Später schwingen wir uns noch einmal auf die Vespa und rollern ganz ohne festes Ziel durch die sanfte Hügellandschaft des Lot, vorbei an Wiesen, kleinen Gehöften und typischen Steinmauern, die der Region ihren besonderen Charakter verleihen. Unterwegs halten wir an einem Supermarkt, um unseren Vorrat aufzufüllen, bevor wir gemütlich zum Campingplatz zurückkehren.

Nach dem Abendessen planen wir in aller Ruhe unsere Weiterreise und setzen uns Tours als nächstes Ziel. Anschließend bereiten wir alles für die Abfahrt vor, verladen die Vespa und lassen den Tag entspannt ausklingen. Müde, aber zufrieden, gehen wir schließlich zu Bett – mit vielen Bildern der Höhlenandschaft im Kopf und Vorfreude auf die nächste Etappe unserer Reise.

Tours

Wir starten früh in den Tag, denn rund 370 Kilometer liegen vor uns. Die Fahrt führt uns ins grüne Loiretal mit seinen Flussauen, Weinbergen und kleinen Ortschaften. In Tours angekommen ist unser favorisierter Campingplatz leider ausgebucht, doch wir finden schnell eine gute Alternative im nahegelegenen La-Ville-aux-Dames: den Camping Les Acacias, direkt an der Loire.

Wir haben Glück und bekommen einen schönen Stellplatz. Der Campingplatz ist einfach, sauber und verfügt über gute Sanitäranlagen. Einen Brötchenservice gibt es nicht, doch der nächste Bäcker ist mit der Vespa schnell erreichbar, und ein sehr gutes Restaurant befindet sich direkt am Platz. Wir kaufen noch kurz im nahen Einkaufszentrum ein, bummeln durch die Geschäfte und essen später gemütlich zu Abend und lassen den Tag entspannt ausklingen.

Entlang der Loire sind wir am nächsten Tag in wenigen Minuten mit der Vespa ins Zentrum von Tours gerollert, ein Parkplatz ist schnell gefunden. Ohne festes Ziel lassen wir uns durch die Stadt treiben, entdecken das besondere Flair mit seinen historischen Gebäuden, kleinen Plätzen und lebendigen Straßencafés und genießen zwischendurch immer wieder den Blick auf den ruhig dahinfließenden Fluss. Ein Spaziergang entlang der Loire mit ihren grünen Ufern und weiten Blicken gehört dabei ganz selbstverständlich dazu.

Irgendwann sind wir satt von den vielen Eindrücken und rollern entspannt über kleine Nebenstraßen zurück zum Campingplatz. Dort bereiten wir unser Abendessen zu, kommen mit den Nachbarn ins Gespräch, tauschen Reisegeschichten aus und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Nach dem Frühstück zieht es uns noch einmal in das Zentrum – es gibt einfach noch so viel zu entdecken, und schließlich ist es unser letzter Urlaubstag. Ohne festen Plan laufen wir erneut durch die Straßen, ganz bewusst abseits der touristischen Wege. Dabei bewundern wir die imposante Cathédrale Saint-Gatien und schlendern anschließend noch einmal entspannt an der Loire entlang. Am Nachmittag entscheiden wir uns, zum Abendessen das Restaurant am Campingplatz zu besuchen, und werden nicht enttäuscht. Besonders fasziniert mich dort ein am Restaurant installierter Pizzaautomat. Allen vernünftigen Vorsätzen zum Trotz kann ich nicht widerstehen und gönne mir – obwohl eigentlich schon satt – eine Vier-Käse-Pizza aus dem Automaten. Keine fünf Minuten später hält er sie heiß und verführerisch duftend für uns bereit. Nach der ersten Kostprobe ist klar: lecker – und definitiv etwas, das Lust auf mehr macht. 🍕

Wir verbringen den restlichen Abend gemeinsam mit unseren Nachbarn in gemütlicher Rund und erzählen uns von unseren Reisen und Erlebnissen.

Ab heute geht es für uns langsam Richtung Heimat. Die Route ist schnell geplant, und wir starten zur ersten Etappe in die Region um Metz, wo sanfte Hügel und grüne Flusstäler noch einmal Urlaubsgefühl aufkommen lassen. Wir finden einen an sich schönen Campingplatz, der jedoch direkt an einer Eisenbahnbrücke liegt. Die im Minutentakt vorbeirauschenden TGV-Züge machen die Nacht laut – gut zu wissen, dass wir hier nur für eine Nacht bleiben.

Am nächsten Morgen reisen wir entspannt weiter Richtung Norden bis in die Nähe von Velen im nördlichen Ruhrgebiet. Im Erholungsgebiet Waldvelen, eingebettet in Wälder und Wiesen, werden wir auf dem Campingplatz von der Familie van der Buss und ihrem Team herzlich empfangen. Wir verbringen einen ruhigen, angenehmen Abend und genießen nach den vielen Reisetagen die wohltuende Stille dieser letzten Station.

Der nächste Tag beginnt mit vorbestellten frischen Brötchen vom örtlichen Bäcker – ein kleiner, aber schöner Moment, der sich wie ein sanfter Übergang vom Unterwegssein zurück in den Alltag anfühlt. Danach machen wir uns auf unsere letzte Etappe und kommen am Abend sicher zu Hause an. Wie so oft gehört noch ein kurzer Abstecher zu den Schwiegereltern dazu, die sich sehr über unseren Besuch freuen. Mit vielen Erinnerungen im Gepäck endet unsere Reise – erfüllt, dankbar und wie immer ein wenig wehmütig.

Eine schöne Reise ist zu ende – Frankreich wird uns im nächsten Jahr wiedersehen.