🇮🇪 ITALIA_2025

Peschiera del Garda | Bussolengo | Bardolino | Sirmione | Turm von San Martino della Battaglia | Wallfahrtskirche Madonna d. Frassino | Verona | Cassone | Garda | Lazise

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11–17 Minuten

Italien war bislang kein von uns favorisiertes Reiseland. Die Schwester und der Schwager meiner Frau schwärmten immer wieder vom Gardasee, und so sprang der Funke auf meine Frau über. Schließlich zog es uns nach Peschiera del Garda auf den schönen Campingplatz Camping Cappuccini. Nach einem Etappenstopp in Österreich auf dem *****ALPEN CARAVANPARK ACHENSEE erreichten wir am frühen Nachmittag unser Ziel.

Dass die Autobahnen und Straßen entlang des Gardasees sehr voll sein würden, war uns im Vorfeld berichtet worden – dennoch waren wir von der Verkehrsdichte doch sehr überrascht. Die schöne Landschaft mit ihren sanften Hügeln, den Olivenhainen und dem glitzernden Wasser des Sees hat dafür jedoch reichlich entschädigt. Besonders beeindruckt waren wir von den malerischen Uferorten und der entspannten Atmosphäre, die sofort Urlaubsstimmung aufkommen ließ.

Peschiera del Garda

Am Campingplatz angekommen, wurden wir herzlich empfangen. Unser Stellplatz lag ruhig und schattig, ideal für ein paar entspannte Tage. Vom ersten Moment an genossen wir die Aussicht auf den See, die warmen Sonnenstrahlen und die Möglichkeit, den Tag nach Lust und Laune zu gestalten – sei es beim Spaziergang entlang des Ufers, beim Baden im klaren Wasser oder beim gemütlichen Abendessen unter freiem Himmel.

Obwohl wir unseren Urlaub erst nach dem Ende der Schulferien begonnen haben, fiel uns sofort auf, wie belebt Peschiera del Garda noch immer ist. Überall begegnet man gut gelaunten Urlaubern aus den unterschiedlichsten Ländern, und die Gassen sowie die Uferpromenade sind voller Leben.

Ein Grund für den anhaltenden Besucherandrang dürfte sicherlich auch die  internationale Schwimm-Sportveranstaltung im offenen Wasser sein, die sogenannte „Traversata dei Bastioni“ als Teil der Italian Open Water Tour. Dabei handelt es sich um einen Schwimmwettkampf mitten im Zentrum von Peschiera, bei dem Sportler über verschiedene Distanzen rund um die historischen Bastionen des Ortes im offenen Wasser antreten.

So genießen wir das bunte Treiben, lassen uns treiben und freuen uns darüber, dass selbst außerhalb der klassischen Ferienzeit noch so viel Urlaubsflair und internationales Leben spürbar ist.

Bussolengo

Nach zwei erholsamen Tagen in Peschiera entschieden wir uns, den Wochenmarkt in Bussolengo zu besuchen, der immer donnerstags stattfindet. Bussolengo ist eine lebendige Kleinstadt in der Region Venetien, nur wenige Kilometer südöstlich des Gardasees gelegen.

Wir fuhren gemütlich mit unserem Motorroller über Nebenstraßen und durch Weinberge dorthin – allein schon der Weg war ein kleines Erlebnis für sich. Der Ort verbindet italienischen Alltag mit touristischem Flair und ist bekannt für seine gute Infrastruktur, gemütlichen Plätze und traditionellen Märkte. Dank der Nähe zu Verona und zum Gardasee eignet sich Bussolengo ideal als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. Gleichzeitig sorgt die Lage an der Etsch mit Cafés, Restaurants und Spazierwegen für eine angenehm entspannte Atmosphäre.

Da Bussolengo touristisch nicht überlaufen ist, wird der Markt überwiegend von Einheimischen besucht. Entsprechend entspannt lässt es sich zwischen Obst- und Gemüseständen, Kleidung, Käse, Wurst und allerlei Alltagswaren bummeln. Das lebendige Treiben und der Duft frischer Produkte vermitteln ein sehr authentisches Bild vom italienischen Leben.

Da der Markt recht groß ist, zogen wir irgendwann unsere persönliche Reißleine und gönnten uns eine Pause in einer Bar. Bei einem Espresso ließen wir das bunte Markttreiben noch eine Weile auf uns wirken – ein rundum gelungener Ausflug abseits der typischen Touristenpfade.

Bardolino

Auf dem Rückweg nach Peschiera legten wir noch eine kurze Stippvisite in Bardolino ein, einem schönen Ort direkt am Gardasee. Die Uferpromenade, die kleinen Gassen und der Blick auf den See sind wirklich sehenswert und versprühen typisch italienisches Urlaubsflair.

Da der Ort jedoch zu diesem Zeitpunkt völlig überlaufen war, entschieden wir uns nach einem kurzen Rundgang, die Weiterfahrt anzutreten und zum Campingplatz zurückzukehren. Dort ließen wir den Tag in ruhiger Atmosphäre entspannt ausklingen – manchmal ist weniger einfach mehr.

Sirmione

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zur Halbinsel Sirmione, um diesen besonderen Ort ausgiebig zu erkunden. Bereits die Anfahrt über den schmalen Damm, der auf die Halbinsel führt, ist beeindruckend und lässt erahnen, was einen erwartet.

Wir schlenderten durch die lebhaften Gassen der Altstadt, vorbei an kleinen Boutiquen, Eisdielen und Cafés, und ließen uns vom mediterranen Flair treiben. Ein Highlight ist die imposanten Scaligerburg, die majestätisch am Eingang der Altstadt thront und einen wunderschönen Blick über den Gardasee bietet.

Auch die Spaziergänge entlang des Seeufers waren ein Genuss – das klare Wasser, die Palmen und die liebevoll gepflegten Anlagen laden zum Verweilen ein. Trotz der vielen Besucher verliert Sirmione nichts von seinem Charme und strahlt eine besondere Mischung aus Geschichte, Lebensfreude und Urlaubsstimmung aus. Am Ende des Tages waren wir uns einig: Sirmione ist ein Ort, den man gesehen haben muss und der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Turm von San Martino della Battaglia

Da es noch früher Nachmittag war, hatten wir Lust auf einen weiteren Ausflug und fuhren zum Turm von San Martino della Battaglia, nahe des Ortes San Martino. Der markante Aussichtsturm wurde zum Gedenken an die Schlacht von San Martino im Jahr 1859 errichtet, die im Rahmen der italienischen Einigung stattfand. Gemeinsam mit der benachbarten Schlacht von Solferino zählt sie zu den blutigsten Auseinandersetzungen dieser Zeit.

Die Idee zum Bau des Monuments geht auf den italienischen Senator und Historiker Pompeo Molmenti zurück, der sich für einen würdigen Erinnerungsort für die gefallenen Soldaten einsetzte. Beeindruckend ist auch der historische Zusammenhang: Die Schrecken dieser Schlacht führten dazu, dass Henri Dunant die Grundlage für die Gründung des Schweizerischen Roten Kreuzes legte, um künftig humanitäre Hilfe für verwundete Soldaten zu organisieren.

Der Besuch ist bewegend. Im Museum und rund um den Turm wird eindrucksvoll an die vielen Opfer erinnert und an das unermessliche Leid, das diese Schlacht für die Menschen bedeutete. Beim Blick über die heute so friedliche Landschaft fällt es schwer zu begreifen, dass hier einst tausende Menschen ihr Leben ließen.

Dieser Ort regt zum Innehalten an und macht einmal mehr bewusst, wie wertvoll Frieden ist – ein stiller, nachdenklicher Abschluss eines ansonsten unbeschwerten Urlaubstages.

Auf unserem Rückweg machten wir noch einen Stopp an der Wallfahrtskirche Madonna del Frassino, einem bedeutenden Pilgerort in der Nähe von Peschiera del Garda. Glücklicherweise war es recht ruhig, sodass wir die Atmosphäre ungestört genießen konnten.

Wallfahrtskirche Madonna del Frassino

Die Kirche wurde im 16. Jahrhundert errichtet und ist der Madonna del Frassino – der „Madonna der Eschen“ – geweiht. Ihr Name leitet sich von einer alten Esche ab, unter der angeblich die Muttergottes erschienen sein soll. Historisch diente die Kirche nicht nur der Verehrung, sondern auch als spirituelles Zentrum für Pilger aus der Region Venetien.

Da wir leider nur kurze Hosen tragen und unsere Arme nicht bedecken können, waren nicht alle Bereiche für uns zugänglich. Dennoch ist der Ort für uns sehr sehenswert: Die schlichte Architektur, die liebevoll gestalteten Altäre und die friedliche Umgebung vermitteln eine besondere Ruhe.

Auf dem Gelände gibt es zudem ein kleines Restaurant mit überraschend günstigen Preisen sowie einen Laden, der selbst hergestellte Produkte und Souvenirs anbietet. Hier deckten wir uns mit einem Fläschchen Limoncello ein – eine kleine, feine Erinnerung an diesen ruhigen und stimmungsvollen Ort.

Verona

Ein Besuch in Verona ist natürlich ein absolutes Muss. Wir entschieden uns, von Peschiera del Garda aus die Bahn zu nehmen. Die Abfahrt erfolgte pünktlich, die Fahrt war sehr komfortabel und nach etwa 15 Minuten erreichten wir bereits Verona.

Vom Bahnhof aus ging es zunächst zum ZOB – und dort begann erst einmal ein kleines Rätselraten. Zuerst mussten wir herausfinden, welche Buslinien wohin fahren und – noch viel wichtiger – von welchem Haltepunkt sie abfahren und welche Haltestellen sie ansteuern. Kaum hatten wir das verstanden, stellte sich die nächste Frage: Wo bekommt man eigentlich die Fahrkarten? Nach rund einer Stunde Recherche und Orientierung saßen wir schließlich im richtigen Bus – selbstverständlich mit gültigen Tickets.

Wir stiegen zentrumsnah aus und steuerten als erstes das berühmte Amphitheater an. Anschließend folgte ein ausgiebiger Stadtbummel durch die wunderschöne Altstadt sowie der Besuch des berühmten Balkons von Romeo und Julia. Wir hatten Glück, denn der Besucherandrang hielt sich in Grenzen. Dennoch ist es erstaunlich, wie viele Menschen es zu diesem eigentlich recht schlichten Innenhof mit Balkon zieht. Natürlich durfte für die meisten auch die traditionelle Berührung der Brüste der Julia-Statue nicht fehlen – sie soll ja bekanntlich Glück bringen. Das haben wir uns erspart.

Danach setzten wir unseren Stadtbummel fort und legten eine entspannte Pause in einem kleinen Café in einer Seitenstraße ein. Frisch gestärkt spazierten wir ein Stück am Ufer der Adige (Etsch) entlang und genossen die schöne Aussicht und die besondere Atmosphäre der Stadt. Zum Abschluss bummelten wir nochmals durch die Innenstadt.

Am Abend fuhren wir wieder pünktlich mit der Bahn zurück und waren uns beide einig: Verona war nicht unser letzter Besuch – diese Stadt möchten wir unbedingt noch einmal wiedersehen.

Arci dei Gavi (1. Jahrhundert nach Ch.) – 1805 von den französischen
Besatzern zerstört und 1932 von Anastylosis wiederaufgebaut.

Cassone (Venetien)

Heute zieht es uns in den Norden des Gardasees, genauer gesagt nach Cassone, einem kleinen, beschaulichen Ort nördlich von Garda. Wir fahren entspannt auf der Uferstraße entlang des Sees, vorbei an immer wieder beeindruckenden Ausblicken, und erreichen nach kurzer Zeit unser Ziel. Einen kostenfreien Parkplatz finden wir überraschend schnell – ein angenehmer Start in den Ausflug.

Nach einem kurzen Fußweg eröffnet sich uns ein wunderschönes Panorama: der Gardasee glitzert vor uns, eingerahmt von steilen Berghängen und charmanten Häusern. Cassone wirkt ruhig, fast entschleunigt, und genau das macht den besonderen Reiz dieses kleinen Ortes aus.

Hier entdecken wir am Seeufer die Statue La Bagnante. Die Bronzeplastik zeigt eine junge Frau im Badeanzug, die scheinbar ganz selbstverständlich am Wasser steht – ruhig, selbstbewusst und völlig im Moment. Sie wirkt fast lebendig, als würde sie gleich einen Schritt in den See machen. Die Figur erinnert an die lange Badetradition am Gardasee und steht sinnbildlich für Sommer, Freiheit und das einfache Glück eines Tages am Wasser. Viele bleiben hier stehen, schauen, fotografieren – auch wir verweilen einen Moment.

Etwas besonderes ist der Aril, der als kürzester Fluss der Welt gilt. Mit einer Länge von nur etwa 175 Metern entspringt er aus einer unterirdischen Quelle im Ortskern von Cassone und mündet wenige Meter weiter direkt in den Gardasee. Trotz seiner geringen Länge ist der Aril erstaunlich wasserreich und bildet mit seinen kleinen Brücken, Steinen und dem klaren Wasser ein sehr idyllisches Bild. Informationstafeln im Ort weisen auf diese außergewöhnliche Besonderheit hin und machen deutlich, warum der Aril sogar im Guinness-Buch der Rekorde Erwähnung findet.

Wir schlendern entlang des Flusses, verweilen auf einer der kleinen Brücken und genießen die friedliche Atmosphäre, sitzen in einem kleine Eiscafé und machen Pause.. Abseits des Trubels größerer Orte lässt sich hier wunderbar die Ruhe genießen, das Plätschern des Wassers hören und einfach den Moment wirken lassen. Cassone zeigt sich als perfekter Ort für alle, die das ursprüngliche Gardasee-Gefühl suchen – ruhig, charmant und mit einer ganz besonderen Sehenswürdigkeit.

Garda

Wir fahren entspannt die Uferstraße in Richtung Peschiera entlang und machen einen Stopp in Garda. Dort schlendern wir durch die Gassen, stöbern in den Geschäften und gönnen uns eine gemütliche Pause in einer Bar bei einem Aperitivo.

Garda liegt malerisch am Ostufer des Gardasees und besticht durch seine entspannte, elegante Atmosphäre. Die hübsche Uferpromenade, die historische Altstadt mit kleinen Gassen sowie zahlreiche Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Umgeben von sanften Hügeln und Olivenhainen gilt Garda als idealer Ort für Genießer, Spaziergänger und alle, die das ruhige, authentische Gardasee-Flair schätzen.

Lazise

Unser Weg führt uns weiter entlang der Küste nach Lazise, einem kleinen, schönen und zugleich lebhaften Ort mit viel Geschichte. Schon von weitem fällt die gut erhaltene Stadtmauer ins Auge, die Lazise einen ganz besonderen, mittelalterlichen Charme verleiht. In der Altstadt laden verwinkelte Gassen, kleine Geschäfte und gemütliche Cafés zum Bummeln ein, während der Hafen und die Uferpromenade mit ihrem mediterranen Flair zum Verweilen einladen. Lazise verbindet historische Atmosphäre mit entspannter Urlaubsstimmung und ist immer wieder einen Besuch wert.

Da der Ort an diesem Tag sehr gut besucht und nahezu überlaufen ist, bleiben wir nur kurz, genießen aber dennoch den Anblick des wunderschönen Hafens mit seinen Booten und der historischen Kulisse. Zum Abschluss lassen wir den Trubel hinter uns und beenden unseren Aufenthalt ganz entspannt an einer beliebten Szenekneipe für Motorradfahrer, wo ein Live-Konzert den Tag stimmungsvoll ausklingen lässt.

Wir haben heute und in den letzten Tagen viel erlebt, sind nun müde und erschöpft, machen uns auf den Weg zurück zum Campingplatz. Morgen heißt es leider Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck blicken wir auf eine rundum gelungene Reise zurück, die uns definitiv Lust auf noch mehr Italien gemacht hat.

Ciao bella Italia – wir kommen wieder. 🇮🇹